Die Krankenversicherung privat gestalten

Wer die Wahl hat, sich seine Krankenversicherung auszusuchen, der sollte genau abklären, ob eine gesetzliche oder eine private Krankenvollversicherung in Frage kommt. Bevor man aber ans Rechnen und Leistungen vergleichen geht, sollte erst einmal klar sein, wer denn überhaupt wählen kann. Das ist vielen nicht immer so klar. Liegt vielleicht auch daran, dass man – durch das Internet sogar noch verstärkt – immer wieder auf private Krankenvollversicherungen stößt, mit denen einem die Absicherung schmackhaft gemacht werden soll. Beiträge von monatlich unter 100 Euro werden einem da angeboten, egal, für welches Alter. Das hört sich durchaus verlockend an, ist aber nicht für jeden möglich.

Wählen kann man nur, wenn man Selbstständig ist, wenn man als Freiberufler durchs Berufsleben geht (außer Künstler und Publizisten, die in der Künstlersozialkasse versichert sind) und wenn man Beamter ist. Aber auch Arbeitnehmer können wählen, allerdings nur dann, wenn sie zu den Besserverdienenden gehören, sprich, wenn das Jahresarbeitsentgelt die Grenze von 49.500 Euro übersteigt. Dann ist es sicherlich auch für sie interessant, eine private Krankenvollversicherung abzuschließen. Vor allem dann, wenn man sieht, wie die Beiträge berechnet werden.

In der gesetzlichen KV werden die Beiträge nach der Höhe des Bruttolohnes berechnet. Je mehr man verdient, umso höher sind die Beiträge. Aktuell liegen sie einheitlich bei 15,5 %, wobei der Arbeitnehmer 8,2 % selbst tragen muss. Bei einer privaten Krankenvollversicherung kommt es auf das Gehalt nicht an, das ist irrelevant. Hier sind Kriterien wie der Beruf, das Alter, das Geschlecht und der Gesundheitszustand ausschlaggebend. Danach berechnen sich die Beiträge. So kann ganz pauschal gesagt werden, dass Frauen durch die höhere Lebenserwartung und eine andere Risikoeinstufung, höhere Beiträge zahlen als Männer. Auch Versicherungsnehmer, die einen Beruf haben, der nicht zu den Risikoberufen gehört, zahlen weniger, ebenso wie jüngere Beitragszahler. Bevor eine private Krankenvollversicherung einen neuen Kunden aufnimmt, wird er in aller Regel umfangreich zum aktuellen Gesundheitszustand befragt. So kann es durchaus sein, dass man einen Gesundheitscheck durchführen muss. Werden hier Erkrankungen festgestellt, die in Zukunft größere Behandlungen nach sich ziehen könnten, können diese Leistungen ausgeschlossen werden.

Und wie man an der Jahreseinkommensentgeltgrenze sehen kann, sind auch die Beiträge für Besserverdienende in der gesetzlichen Versicherung teurer. Hier kann sich also ein Wechsel durchaus lohnen. Aufgrund der Fülle der privaten Versicherer sollte man immer einen Versicherungsvergleich durchführen. Dies kann bequem online gemacht werden, denn die Technik macht es möglich, dass vorhandene Versicherungen nach den besten Konditionen durchsucht werden, ohne dass man dafür lange Zeit aufbringen muss.

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